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Der erste Interferenzwellenmesser mit großem Wellenbereich von Rohde & Schwarz

1932

Das erste Messgerät

Ihr allererstes Messgerät entwickelten die Ingenieure Dr. Lothar Rohde und Dr. Hermann Schwarz, noch bevor sie ihre Firma gründeten – für die Hermsdorf-Schomburg-Isolatoren-Gesellschaft (Hescho). Man hatte ihnen von neuen keramischen Werkstoffen berichtet, die in der Hochfrequenz sehr niedrige dielektrische Verluste aufwiesen. Verschiedene in- und ausländischen Institute, die Hescho beauftragt hatte, würden jedoch unterschiedliche Verlustfaktoren messen. Prompt entwickelten Rohde und Schwarz eine Versuchsanordnung, die nach kurzer Zeit genaueste Messergebnisse lieferte. Dabei handelte es sich um einen Interferenzwellenmesser mit großem Wellenbereich (6 bis 3.600 m Wellenlänge) – gleichzeitig das erste Messgerät für keramische Hochfrequenz-Bauteile.

Anmeldebescheinigung Gewerbeamt München 1933

1933

Die Firmengründung

In einer 120 Quadratmeter großen Wohnung fing alles an. Denn die mieteten im Sommer 1933 Dr. Lothar Rohde und Dr. Hermann Schwarz in der Münchner Thierschstraße 36 (Stadtteil Lehel), um darin ein elektrotechnisches Labor einzurichten. Am 17. November folgte die Registrierung des "Physikalisch-technischen Entwicklungslabors Dr. L. Rohde und Dr. H. Schwarz" (PTE) beim Registergericht München. Zunächst hatten die Firmengründer übrigens vor, ausschließlich im Auftrag großer Elektronikfirmen Messgeräte zu entwickeln – eine eigene Fertigung war nicht vorgesehen. Der Schritt zur Massenproduktion erfolgte erst, als die Nachfrage nach kompletten Geräten stieg.

Fertigung eines Messgeräts in der Rohde & Schwarz Werkstatt im Jahr 1934

1934

Der erste Exportauftrag

Die junge Firma war durch Veröffentlichungen in Fachzeitschriften bekannt geworden. Zwar waren die Artikel hauptsächlich auf Deutsch verfasst, aber zur damaligen Zeit war dies die internationale Sprache der Physik. So kam es schon sechs Monate nach der Firmengründung, ohne Werbung oder Vertreternetz, zum ersten Exportauftrag aus England: Eine englische Isolierstoff-Fabrik bestellte ein Verlustfaktormessgerät (50 bis 200 MHz), um die dielektrischen Verluste an keramischen Scheiben bis 100 MHz zu messen. Im gleichen Jahr wurde zusätzlich zum bestehenden Labor eine Werkstatt angemietet, um die Arbeitsfläche zu verdoppeln.

Interferenzwellenmessgerät WIP von Rohde & Schwarz

1935

Die erste Auslandsvertretung

Bereits 1935 übernahm die Firma REMA Leo Haag S.A. in Spanien den Vertrieb von Geräten des „Physikalisch-technischen Entwicklungslabors Dr. L. Rohde und Dr. H. Schwarz“ (PTE). Das erste Projekt war der Verkauf des Interferenzwellenmessgeräts WIP an die Dirección General de Correos y Telecomunicaciones (Generaldirektion für Post und Telekommunikation). Damit ist die REMA als älteste Auslandsvertretung zu sehen.

Neues Rohde & Schwarz Firmengebäude in 1937, eine ehemalige Brotfabrik am Tassiloplatz nahe des Münchner Ostbahnhofs

1937

Auf dem Weg zur Fabrik: der erste Umzug

Schon drei Jahre nach Firmengründung zog man im August 1937 in eine ehemalige Brotfabrik am Tassiloplatz nahe des Münchner Ostbahnhofs. Inzwischen hatte das Unternehmen 35 Mitarbeiter und eine Produktpalette, die 24 verschiedene Geräte umfasste. Der Kauf des neuen Firmengebäudes war ein gewagter Schritt für die Firma, denn der Preis für das Gebäude belief sich in etwa auf das Doppelte der Vorjahresbilanzsumme. Keine Fehlinvestition: Zunächst waren die Platzverhältnisse ausreichend – doch schon bald mussten wieder neue Räume gemietet werden, um mit mehr Platz für eine größere Belegschaft die stetig steigende Nachfrage zu decken.

Die erste transportable Quarzuhr

1938

Referenz-Projekt: Die erste transportable Quarzuhr

Schrankgroß und teuer waren die Quarzuhren in der damaligen Zeit. Deshalb wurde Rohde & Schwarz durch die Entwicklung der ersten transportablen Quarzuhr (36 kg) weit über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt. Der Normalfrequenzerzeuger hatte eine Genauigkeit +-0,004 Sekunden pro Tag, war tragbar und noch dazu relativ günstig. Das Gerät wurde als genaues Zeit- und Frequenznormal für vielseitige Anwendungen entwickelt und kam beispielsweise als astronomische Uhr, Schiffsuhr, Normaluhr für Fabriken und Kraftwerke, als Synchronisier-Hilfsmittel in Prüffeldern, in Laboratorien sowie für die Eichung von Trägerfrequenzen zum Einsatz.

Eigenständiger Messgerätebau-Produktionsstandorts im Allgäu in 1941

1941

Aufbau eines eigenständigen Produktionsstandorts

Drohende Luftangriffe führten dazu, dass die Firmengründer im Dezember 1941 die Produktion ins Allgäu verlagerten. Die Messgerätebau GmbH (heute Rohde & Schwarz Messgerätebau) wurde ins Leben gerufen, die teuren Werkzeugmaschinen waren in Sicherheit. 1943 kam die Produktion am neuen Standort in Gang, zuerst für kurze Zeit in Kempten, ab 1944 in Memmingen. Dort hat das Tochterunternehmen heute noch seinen Sitz. Durch den Kauf des Geländes der Kosmos-Zigarettenfabrik wurden die Produktionskapazitäten 1960 weiter ausgebaut.

Funkmessbeobachtungs-Empfänger Type ESD

1942

Vom Labor zur Fabrik: Der erste Großauftrag

Die Nachfrage stieg, Rohde & Schwarz war immer angesehener. Schließlich erhielt das Unternehmen den Auftrag, Funkmessbeobachtungs-Empfänger zu produzieren. Da es sich dabei um einen Lieferumfang von mehreren 1000 Stück handelte, war klar, dass die Firma umstrukturiert werden musste: Der Schritt von der Kleinserien-Fertigung zur industriellen Produktion war gemacht.

1945

Großauftrag der US Army

Kriegsende. In Deutschland ruhte nahezu die gesamte industrielle Produktion. Auch die Rohde & Schwarz-Standorte München und Memmingen wurden vorübergehend von US-amerikanischen Truppen geschlossen. Bereits im Juli 1945 war aber eine Wiederaufnahme der Arbeit möglich: Die Amerikaner hatten in Erding nahe München ein Zentrallager für die Air Force eingerichtet. Rohde & Schwarz erhielt als einzige Münchner Elektronikfirma den Auftrag, Wartung und Service für alle dort eingehenden Geräte zu übernehmen. Dafür wurde eine eigene Abteilung gegründet, die in der Trausnitzstraße in der Nähe des Münchner Ostbahnhofs angesiedelt war. Damit war der Fortbestand der Firma gesichert.

PTE Logo und Rohde & Schwarz Logo ab 1945

1945

Das PTE wird zu Rohde & Schwarz

Ein langer Name war es zu Beginn: Physikalisch-Technisches Entwicklungslabor Dr. L. Rohde & Dr. H. Schwarz (PTE), so hieß Rohde & Schwarz seit seiner Gründung 1933. Bereits 1937, als man an den Tassiloplatz in der Nähe des Münchner Ostbahnhofs umzog, zierte nur noch der „Rohde & Schwarz“-Schriftzug das Gebäude. Dennoch blieb PTE der offizielle Name des Unternehmens, 1940 abgeändert in Rohde & Schwarz Physikalisch-Technisches Entwicklungslabor. Dieser Zusatz fiel in den folgenden Jahren weg, so dass ab 1945 nur noch von Rohde & Schwarz die Rede war. Und das bis heute.

Werbeanzeige aus dem Jahr 1946

1946

Gründung einer eigenständigen Vertriebsorganisation

1938 hatte die PTE (später Rohde & Schwarz) in Berlin bereits ein Büro für Behördenkontakte eingerichtet. Um die Beziehungen zu den dort ansässigen Ämtern sowie zu den Alliierten Streitkräften zu intensivieren, gründete Rohde & Schwarz in Berlin die R&S Vertriebs GmbH. Der Vertrieb wurde damit professionalisiert und auf eigene Füße gestellt. 1949 zählten bereits 65 Gerätegrundtypen inklusive verschiedener Modelle, Hilfsgeräte und Zubehör zum Produktportfolio des Unternehmens.

Rohde & Schwarz Mitarbeiter vor einer Weltkugel

1947

Internationalisierung: Aufbau eines Vertreternetzes

Rohde & Schwarz erkannte früh die Notwendigkeit der Internationalisierung, denn in der Nachkriegszeit kamen zunehmend Anfragen aus dem Ausland. Um Verbindungen zu Kunden in aller Welt herstellen zu können und den Exporterfolg auszubauen, wurde ein weltweites Netz an selbstständigen Vertretern aufgebaut. Zunächst mit Schwerpunkt auf Europa: 1947 in Italien, 1948 in der Schweiz, 1949 in den Niederlanden und 1952 in Frankreich. Außerhalb Europas machten 1950 die Toshniwal Bros. Limited in Indien den Anfang, gefolgt von Südafrika (1958), den USA (1959), Peru (1965), Japan und Korea (1972).

1948

Sozialer Arbeitgeber mit hohen Wachstumsraten

1948 hatte Rohde & Schwarz rund 500 Mitarbeiter, die einen Umsatz von 2,5 Mio DM erwirtschafteten. Zum Vergleich: Ein VW Käfer kostete damals ca. 5000 DM, ein Angestellter verdiente ca. 3000 DM im Jahr. In den darauf folgenden Jahren führte das Unternehmen die Fünf-Tage-Woche und die betriebliche Altersvorsorge ein. Insgesamt war Rohde & Schwarz als sozialer Arbeitgeber bekannt: Obwohl es zu dieser Zeit noch keine Helmpflicht für Motorradfahrer gab, stellte das Unternehmen beispielsweise verbilligt Motorradhelme zur Verfügung und sorgte so für die Sicherheit seiner Belegschaft. Die daraus resultierende hohe Mitarbeitertreue und -motivation trug zum kontinuierlichen Erfolg bei: Bis 1958 stieg der Umsatz jährlich um 40 bis 50 Prozent.

Werbeanzeige aus dem Jahr 1949

1949

Revolution im Äther: Erster FM-Hörfunksender Europas

Am 18. Januar 1949 erhielt Rohde & Schwarz von Radio München, dem Vorgänger des Bayerischen Rundfunks, einen wichtigen Auftrag: Das Unternehmen sollte einen frequenzmodulierten UKW-Versuchssender bauen und diesen probeweise laufen lassen. Nach kaum anderthalb Monaten präsentierte Rohde & Schwarz eine leistungsfähige UKW-Sendeanlage, die am 28. Februar 1949 um 16.30 vom Bayerischen Rundfunk in Betrieb genommen wurde. Damit landete Rohde & Schwarz einen besonderen Clou: Eigentlich war vereinbart, am 1. März zeitgleich mit dem UKW-Sender des Nordwestdeutschen Rundfunks zu starten – aber so war man einen Tag früher dran. Der erste UKW-Sender Europas ging damit auf das Konto von Rohde & Schwarz.

Der Z-g-Diagraph von Rohde & Schwarz

1950

Startschuss für die vektorielle Netzwerkanalyse

1950 entwickelte Rohde & Schwarz mit dem Z-g-Diagraphen den ersten komplexen Netzwerkanalysator. Damit war es erstmals möglich, die Phase der S-Parameter eines Signals direkt zu messen. Der Z-g-Diagraf wurde vor allem für Messungen an Hörfunk- und Fernsehantennen verwendet. Er kam aber auch bei Tests an Spezialkabeln in der Nachrichtentechnik zum Einsatz, Mikrowellen-Ingenieuren diente er als Smith-Diagramm. Auf den Z-G-Diagraph ZDU (30 bis 300 MHz), der Anfang der 1950er Jahre eingeführt wurde, folgte der ZDD (300 bis 2.400 MHz). Nach heutigen Maßstäben kein Leichtgewicht: Der ZDD brachte 62 kg auf die Waage.

Werbeanzeige aus dem Jahr 1954

1954

Auf dem Weg zum Konzern: Der 1000. Mitarbeiter wird eingestellt

1954 erreichte Rohde & Schwarz die magische Marke von 1000 Mitarbeitern, und diese positive Entwicklung setzte sich mit ziemlich hoher Geschwindigkeit fort: Bereits sechs Jahres später war eine Verdopplung der Belegschaft erreicht, und 1969 arbeiteten 3000 kreative Köpfe beim Münchner Elektronikkonzern.

Rohde & Schwarz Mitarbeiter beim Einbau des Funkpeilgerätes NAP1

1955

Im Dienste der Flugsicherheit: Entwicklung des Funkpeilgerätes NAP1

Das erste automatische Peilgerät von Rohde & Schwarz war der NAP1. Er wurde in der Flugsicherung ergänzend zur Radarortung eingesetzt, denn mit Radar allein war es nicht möglich, ein Flugobjekt eindeutig zu identifizieren. Daneben bot der Peiler die Möglichkeit, die gelieferten Daten in der Funküberwachung und auch in der Flugsicherung entsprechend auszuwerten, z.B. bei Luftnotfällen, für die Bodenführung von Sportmaschinen oder bei Radarausfall etc. Die Anlage der Deutschen Bundesanstalt für Flugsicherung, die den NAP1 1955 am Münchner Flughafen erprobte, wurde als Sichtpeilanlage bezeichnet, da das gepeilte Objekt in Form eines Leuchtstrichs auf dem Bildschirm zu sehen war. Es war in der Nachkriegszeit die erste Entwicklung dieser Art aus Deutschland.

Der Neubau an der Mühldorfstraße im Jahr 1956

1956

Neubau an der Mühldorfstraße: Der heutige Firmensitz entsteht

Eine Firma zieht um: 1956 wurde auf dem Gelände Trausnitzstraße/Mühldorfstraße ein Neubau realisiert, um die Nachrichten- und Sendetechnik dort unterzubringen. Dies war der Startschuss für die Verlagerung vom Tassiloplatz, wo sich Firmensitz und weitere Abteilungen bis dahin befanden, in die Mühldorfstraße. Hier entstand 1960/61 das Hauptgebäude des Unternehmens, wodurch man die nutzbare Arbeitsfläche um gut 10.000 Quadratmeter erweiterte. Die bisherige Fläche wurde damit um 50 Prozent vergrößert. In dem neuen Gebäude waren Geschäftsführung, zentrale Technik, Fertigungswerkstätten, Prüffelder, Verwaltung und produktbezogene Unternehmensbereiche untergebracht.

Kurzwellenempfänger EK07

1957

Kurzwellenempfänger EK07 setzt Maßstäbe

Ein relativ hoher Verkaufspreis, eine nicht allzu kompakte Bauweise und ein Gewicht von 53 bis 66 Kg: Nicht unbedingt Modellmaße für einen Kurzwellenempfänger. Aber ansonsten war der EK07 seiner Zeit der Star im Kurzwellenfunk: Für ihn entschied sich die Fernmeldetruppe der Bundeswehr, als sie nach einem Standardempfänger im HF-Bereich suchte. Beste Empfangseigenschaften, hohe Frequenzgenauigkeit und ein bedienfreundliches Konzept hatten überzeugt. Und robust war der EK07 ebenfalls: Die Deutsche Welle, Auslandssender der BRD, setzte den Empfänger in einer Relaisstation in Kigali (Ruanda) ein, und auch auf einer belgisch-niederländischen Südpolar-Expedition 1964 bewährte sich der EK07 problemlos.

Service-Zentrum Köln im Jahr 1960

1960

Gründung des Service-Zentrum Köln

Die Geräte von Rohde & Schwarz fanden von Jahr zu Jahr mehr Verbreitung. Für größere Systeme bot Rohde & Schwarz Vor-Ort-Service; ansonsten bestand die Möglichkeit, Geräte nach München oder Memmingen zu schicken. Auf lange Sicht war dieses Konzept aber nicht ausreichend, um den Kundenwunsch nach schnellem und effizientem Service zu erfüllen. Die Gründung des Service-Zentrum Köln war der erste Schritt, um das Service-Netz systematisch auszubauen. Im Lauf der Zeit übernahm Köln nicht nur die Wartung von Rohde & Schwarz-Geräten, sondern auch die Fremdwartung für andere Firmen. Ende der 1960er Jahre entstand ein firmeneigener Neubau, wo heute rund 250 Mitarbeiter untergebracht sind.

Fluglärmüberwachungssystem am Frankfurter Flughafen im Jahr 1964

1964

Erstes Fluglärmüberwachungssystem für Flughafen Frankfurt

Um den Lärm auf Flughäfen zuverlässig messen zu können und übermäßige Belästigungen zu vermeiden, gibt es Fluglärmüberwachungssysteme. 1964 hat Rohde & Schwarz eine solche akustisch-elektronische Fluglärm-Überwachungsanlage für den Rhein-Main-Flughafen Frankfurt entwickelt. Sie war die erste ihrer Art in der Bundesrepublik; vergleichbare Anlagen arbeiteten erst seit etwa zwei Jahren auf den Flughäfen London-Heathrow und New York Kennedy-Airport.

Werbeanzeige aus dem Jahr 1967

1967

IC-Test: Erstes automatisches IC-Testsystem Europas

Ende der 1950er Jahre entwickelte man in den USA die ersten integrierten Schaltkreise (IC), ab 1960 lief die Serienproduktion. Mit der Erfindung des IC begann die Ära der Mikroelektronik – eine Herausforderung für die Messtechnik, da ICs besonderer Messverfahren bedürfen. Mit dem ICMA stellte Rohde & Schwarz ein IC-Testsystem vor, das den automatischen Test von Halbleitern und integrierenden Schaltungen zuließ. Der BMA prüfte mit einer „Ja/Nein“-Aussage bis zu 20 Parameter von etwa 1200 Halbleitern pro Stunde. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte man Halbleiter und gedruckte Schaltungen noch mühsam einzeln von Hand messen müssen. Im Rahmen eines Projekts für den Tornado wurde Rohde & Schwarz schließlich mit der Entwicklung eines Automatischen Testsystems (ATS) beauftragt.

Rohde & Schwarz Fertigungshalle in Teisnach im Jahr 1969

1969

Ausweitung der Produktionskapazitäten: Auf eine Anzeige in der lokalen Tageszeitung meldeten sich 600 Bewerber

Um die steigenden Auftragsvolumina zu bewältigen, wurde im November 1969 in einem gemieteten Rohbau in Teisnach die Fertigung von mechanischer Teilen aufgenommen. 1970 war die erste Fertigungshalle mit einer Nutzfläche von 6000 Quadratmetern bezugsfertig, und die Ausbildung von Facharbeitern begann. Im Lauf der Zeit kamen weitere Neu- und Erweiterungsbauten hinzu, die Fertigungsfläche beträgt inzwischen 65.000 m². Und Teisnach ist heute nicht mehr nur ein Betrieb für die mechanische Vorfertigung, sondern ebenso für die Produktion vollständiger Geräte. Das Werk produziert für Rohde & Schwarz und im Auftrag namhafter High-Tech-Unternehmen.

Rohde & Schwarz Firmengebäude an der Mühldorfstraße im Jahr 1971

1971

Ausrichtung der Entwicklungsstrategie auf den Export

Bisher hatte Rohde & Schwarz mit großem Erfolg nach speziellen Vorgaben deutscher Behörden Geräte entwickelt. Die Produkte wurden dann in hohen Stückzahlen abgenommen. Da sie auf sehr spezielle Anforderungen zugeschnitten waren, waren sie für den internationalen Markt nicht ganz so gut geeignet. Ab 1970 verfolgte Rohde & Schwarz deshalb die Strategie, Geräte nach eigenen Vorgaben zu entwickeln und Kunden anzubieten. Damit entsprachen sie zwar nicht mehr ganz genau den einzelnen Anforderungen, wurden aber exportfähig – und um 30 Prozent günstiger.

Funkmessplatz mit Mikroprozessorsteuerung (SMPU)

1974

Weltneuheit: Funkmessplatz mit Mikroprozessorsteuerung (SMPU)

All in one: 1974 präsentierte Rohde & Schwarz mit dem SMPU den weltweit ersten Funkmessplatz mit Mikroprozessorsteuerung. Er kombinierte die Funktionen verschiedener Messgeräte und kam in der Produktion von Funkgeräten und Baugruppen zum Einsatz. Der SMPU ließ sich stufenweise automatisieren und bot die Möglichkeit, modernste Computersteuerungen zu integrieren. Mess- und Prüfzeiten waren in der Produktion seit jeher ein entscheidender Kostenfaktor, den der SMPU erheblich reduzierte. In Verbindung mit dem Tektronix-Tischrechner 4051 stellte der SMPU das einzige vollautomatische Messüberwachungssystem für den Tornado dar.

1980

Aufbau von eigenen Niederlassungen beginnt

1980 fiel eine strategische Entscheidung in Sachen weltweite Präsenz: Bisher hatte man Kunden rund um den Globus durch Vertreterfirmen betreut. Jetzt kam man zu der Ansicht, dass es besser ist, ein Netz von eigenen Niederlassungen aufzubauen – diese wurden nun Schritt für Schritt gegründet, in der ersten Phase mit Fokus auf Europa. Mit dieser Entscheidung einher ging der Auf- und Ausbau eines weltweiten Service-Netzes. Dass zu einer schlagkräftigen Vertriebs- und Servicestrategie eine schlagkräftige Entwicklung gehört, war Rohde & Schwarz immer klar. Hohe Entwicklungsinvestitionen stellten das angestrebte Wachstum sicher.

Kommunikationsprozessor ALIS GP 853

1982

Weltneuheit: Prozessor regelt HF-Verbindungen automatisch

Wenn Technik auch für Laien verständlich ist, haben die Entwickler ihre Arbeit gut gemacht. So geschehen beim intelligenten Kommunikationsprozessor ALIS GP 853, der in der HF-Funkgerätefamilie HF 850 zum Einsatz kam. Er vereinfachte die Handhabung im HF-Funk deutlich und machte ihn auch für ungeschulte Anwender zugänglich. Denn ALIS (Automatic Link Setup) baute die Verbindungen automatisch auf und sorgte für eine sichere und fehlerfreie Informationsübertragung. Die Funkgeräte mit ALIS waren international, besonders in den USA, sehr erfolgreich. 1994 nahm Rohde & Schwarz damit in Mexiko das bis dahin weltweit größte zivile HF-Kommunikationsnetz in Betrieb. Vorzeigeobjekte waren unter anderem die Neumayer Station in der Antarktis und das Polarstern Forschungsschiff.

1984

Technologie-Scout: ein Büro in Silicon Valley wird eröffnet

Silicon Valley, ein Paradies für Bits und Bytes. 1980 eröffnete Rohde & Schwarz dort ein Büro, um im Bereich der Halbleitertechnik auf dem neuesten Stand zu bleiben. So konnte man modernste Halbleiter für Schaltungen nutzen und gleichzeitig eigene technologische Fortschritte bekannt machen. Ein wichtiger Schritt, um auf dem amerikanischen Markt Fuß zu fassen. Nachdem man 1993 mit Tektronix eine strategische Allianz für den Vertrieb in Amerika eingegangen war, wurde das Büro geschlossen.

FSA Spektrumanalysator

1986

Rohde & Schwarz steigt in die Spektrumanalyse ein

Funktechnik – insbesondere Funkgeräte, Signalgeneratoren und Messempfänger – war schon immer die Welt von Rohde & Schwarz. 1986 wurde die Produktpalette nun um einen Spektrumanalysator erweitert, den FSA. Obwohl es am Markt bereits einige Wettbewerber mit solchen Geräten gab, konnte sich Rohde & Schwarz schnell in dem neuen Gebiet behaupten. Heute verfügt das Ünternehmen über eine ausnehmend breite Produktpalette in der Spektrumanalyse und hält für jede Anforderung das passende Gerät bereit.

Rohde & Schwarz Firmengebäude in Memmingen im Jahr 1988

1988

Factory of the Future in Memmingen

Schneller, besser, mehr: Darum geht es in der Produktion. Um den Produktionsstandort Memmingen im Sinne der Kunden weiter nach vorn zu bringen, eröffnete Rohde & Schwarz 1988 dort die so genannte Factory of the Future. Ziel war es, die Durchlaufzeiten deutlich zu verkürzen und den logistischen Aufwand und damit die Kosten zu minimieren. Man führte eine computergesteuerte Fertigung ein und richtete sich auf eine Just-in-Time-Produktion aus. Ein weiteres zentrales Element war das automatische Materialflusssystem.

Rohde & Schwarz Firmengebäude an der Mühldorfstraße im Jahr 1990

1990

Neues Entwicklungszentrum für kreative Köpfe

1990 in Rohde & Schwarz-Zahlen: 5000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Vertretungen und Niederlassungen in über 70 Ländern, Umsatz 800 Millionen DM (ca. 400 Millionen Euro) jährlich. Und 19.000 Quadratmeter Nutzfläche im neuen Entwicklungszentrum für 500 Mitarbeiter. Damit wurden die Weichen gestellt, um die starke eigene Entwicklungs- und Forschungstradition bei Rohde & Schwarz zu sichern.

GSM-Systemsimulator

1990

Start in den digitalen Mobilfunk: GSM-Systemsimulator

Mobilfunkgeräte waren in den 1980er Jahren Statussymbole für wenige und vorwiegend in der Hand von Geschäftsreisenden, die sie als Autotelefon nutzten. Sie waren groß, schwer und – analog. Ein internationales Industriekonsortium, die Groupe Spécial Mobile (GSM), will das ändern und entwickelt ein digitales System. Vor seiner Einführung jedoch werden Testeinrichtungen gebraucht, um das Zusammenspiel der Komponenten und die technischen Details auf ihre Praxistauglichkeit zu überprüfen. Rohde & Schwarz wagt sich auf unbekanntes Terrain und entwickelt im Auftrag des Konsortiums den GSM-Systemsimulator, der sich einem Endgerät gegenüber wie ein Mobilfunknetz verhält. Mit Hilfe des Simulators werden die Systemspezifikationen feingetunt, außerdem müssen alle Endgeräte in den nächsten Jahren ihre „GSM-Konformität“ am Simulator nachweisen, um für den Verkauf zugelassen zu werden. Die Mobilfunkmesstechnik wird sich bei Rohde & Schwarz zum erfolgreichsten Arbeitsgebiet entwickeln.

1991

Schneller entwickeln: Halbe Zeit zum Markt

Der technologische Fortschritt ungebremst, die Innovationszyklen immer kürzer: So sah es bereits Ende der 1980er Jahre in der Elektronik-Branche aus. Rohde & Schwarz musste im internationalen Wettbewerb mithalten und deshalb die Entwicklungszeiten für die Produkte verkürzen. Um das hoch gesteckte Ziel HZM (Halbe Zeit zum Markt) zu erreichen, verfolgte Rohde & Schwarz den Ansatz „Simultaneous Engineering“: Abläufe in Entwicklung, Produktion und Beschaffung wurden parallel angeordnet, um möglichst wenig Zeit zu verlieren.

ISO 9001

1992

Höchste Qualitätsstandards: ISO 9001

1992 erhielten die Werke München, Memmingen und Teisnach die Zertifizierung nach der Norm ISO 9001. Damit entspricht das Qualitätssicherungssystem bei Rohde & Schwarz internationalen Standards.

1993

Aufbau von Niederlassungen wird forciert

Die 1990er Jahre läuteten eine Umbruchsphase ein, die auch an Rohde & Schwarz nicht spurlos vorüberging: Ein gemeinsamer europäischer Binnenmarkt entstand, der Warschauer Pakt löste sich auf. Um im Investitionsgütergeschäft weiter erfolgreich zu sein, war eine direkte Betreuung interessanter Märkte von zentraler Bedeutung. Lag in der ersten Internationalisierungsphase 1980 vor allem Europa im Blickpunkt, rückten jetzt die außereuropäischen Länder in den Blickpunkt. Die Rohde & Schwarz International GmbH entstand, um die Regionen Asien/Pazifik, Mittlerer Osten/Afrika und Latein- und Nordamerika besser zu betreuen. Von 1993 bis 2008 wurden über 50 Büros und Niederlassungen gegründet. Heute ist Rohde & Schwarz in über 70 Ländern mit eigenen Standorten vertreten.

Modifizierten Feldstärke-Messempfänger und DAB-Sender

1995

Weltweit größtes DAB-Hörfunknetz

DAB (Digital Audio Broadcasting) kam 1993 auf als neues, digitales terrestrisches Rundfunksystem. Als Mitglied des DAB-Projekts EUREKA 147 spielte Rohde & Schwarz beim ersten Feldversuch eine zentrale Rolle: Das Unternehmen entwickelte einen für DAB modifizierten Feldstärke-Messempfänger und einen DAB-Sender. Als das Pilotprojekt gut verlaufen war, ging es an die Produktion der kompletten Technik für den Regelbetrieb, vom Studioausgang über die Satellitenzuführung und Sender bis hin zur Senderantenne. Ende 1995 nahm der Bayerische Rundfunk das bis dahin weltweit größte DAB-Hörfunknetz in Betrieb – komplett ausgestattet von Rohde & Schwarz.

1996

Die erste Milliarde

Eine Milliarde – eine magische Marke. Im Geschäftsjahr 1996/97 erreichte Rohde & Schwarz diese Grenze das erste Mal: das Unternehmen machte einen Umsatz von 1 Milliarde DM. 1998 hatte Rohde & Schwarz bereits 4400 Mitarbeiter und der Exportanteil lag bei über 70 Prozent. 2015 erzielt das Unternehmen mit fast 10000 Mitarbeitern knapp 2 Milliarden € Umsatz, die Exportquote liegt über 90 %.

Das Kommunikationssystem ACCESSNET-T

1998

Das erste TETRA-Projekt in Deutschland

Sichere Kommunikation für Behörden und Rettungskräfte ist unverzichtbar: Genau darauf zielt TETRA ab, ein Standard für digitalen Bündelfunk. In Deutschland realisierte Rohde & Schwarz das erste TETRA-Projekt 1998. Die Bundeswehr nutzt seither für Sprach- und Datenkommunikation das Kommunikationssystem ACCESSNET-T. Es bietet 42 TETRA-HF-Träger an sieben Standorten sowie entsprechende Endgeräte für 2.500 Teilnehmer. Den Auftrag realisierte die Rohde & Schwarz Bick Mobilfunk GmbH. 1988 hatte Rohde & Schwarz die Mehrheitsbeteiligung an der Neuwirth & Bick GmbH aus Bad Münder erworben, die seit 1992 als Rohde & Schwarz Bick Mobilfunk GmbH firmiert.

DVB-T-Sendeanlagen

1998

Das erste DVB-T-Projekt von Rohde & Schwarz

Erst um die zwanzig Jahre ist es her, dass das digitale Fernsehen – heute weit verbreitet – noch in den Kinderschuhen steckte. Für das erste landesweite DVB-T-Projekt erhielt Rohde & Schwarz Ende 1997 den Zuschlag: Die britische Castle Transmission International (CTI) bestellte DVB-T-Sendeanlagen mit einer Ausgangsleistung zwischen 500 W und 5 kW. Das digitale Netz in Großbritannien war seinerzeit das weltweit größte DVB-T-Projekt und ging am 1. November 1998 in Betrieb. Danach waren etwa 60 Prozent der Bevölkerung in Großbritannien mit digitalem Fernsehen versorgt.

R&S M3xR

2000

Weltweit erste softwarebasierte Militärfunkgeräte: R&S M3xR

Der digitale Mobilfunk im zivilen Bereich ist erst wenige Jahre alt, als Rohde & Schwarz eine neue Generation von Militärfunkgeräten auf digitaler Basis in Angriff nimmt. Entwicklungsziel ist das „Software-Funkgerät“, in dem so viele Funktionen wie möglich über Programme realisiert sind. Der Vorteil neben der Flexibilität: statt vieler Spezialmodelle und der aufwendigen Logistik dahinter müssen nur wenige Grundmodelle beschafft werden, die für jeden Einsatzfall per Software konfiguriert werden. Im Produktnamen ist dieser Sachverhalt codiert: M3 steht für Multiband, Multimode, Multirole. Rohde & Schwarz ist der erste Hersteller, der das Software-Radio-Paradigma konsequent in der militärischen Funktechnik umsetzt.

Rohde & Schwarz Firmengebäude in Vimperk im Jahr 2001

2001

Neuer Produktionsstandort Vimperk

Zu viele Aufträge waren Anfang des neuen Jahrtausends ein angenehmes Problem, mit dem Rohde & Schwarz sich konfrontiert sah. Die Produktionsstandorte Memmingen und Teisnach waren komplett ausgelastet. Deshalb übernahm das Unternehmen 2001 das Werk der Tesla Prag a.s. in Vimperk, das bereits seit 1991 für Rohde & Schwarz produzierte. Die 200 Beschäftigten wurden übernommen. Das neue Werksgelände war 42.000 Quadratmeter groß, musste aber bereits 2003 und 2006 weiter ausgebaut werden. Heute sind 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Vimperk im Drei-Schicht-Betrieb eingeteilt. Arbeitsschwerpunkte liegen auf Metallbearbeitung, Kabelfertigung, Bestückung, Gerätemontage sowie Prüfen und Testen.

R&S TopSec GSM

2001

Kein Lauscher an der Wand: Abhörsicher mobil telefonieren

Mit dem R&S TopSec GSM entwickelte die Rohde & Schwarz SIT GmbH ein abhörsicheres Handy. Ein spezielles Verschlüsselungssystem wurde direkt im GSM-Mobiltelefon integriert. So konnte man auf einfache Weise sicher telefonieren. Das R&S TopSec GSM erhielt sogar die Empfehlung des Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik. Inzwischen ist die nächste Stufe sicherer Sprachverschlüsselung erreicht: Das neue R&S TopSec Mobile passt zu nahezu jedem Mobiltelefon. Denn das Sprachverschlüsselungsgerät wird drahtlos über eine Bluetooth-Schnittstelle mit dem Handy verbunden.

ELCRODAT 6-2

2002

Streng geheim: Verschlüsselung für Militär und Behörden

Mit dem ELCRODAT 6-2 entwickelte die Rohde & Schwarz SIT GmbH ein Kryptosystem, das vom Bundesamt für Sicherheit und Informationstechnik bis zur Geheimhaltungsstufe „Streng geheim“ zugelassen wurde. Es ermöglicht die verschlüsselte Übertragung von Sprache, Daten, ISDN-Fax und Videokonferenzen. Und es ist heiß begehrt: Alle deutschen Sicherheitsbehörden, NATO und Europäische Union kommunizieren mit dem ELCRODAT 6-2. Das System verwendet eine Hybrid-Verschlüsselungstechnik, bestehend aus symmetrischer und asymmetrischer Verschlüsselung.

Rohde & Schwarz Technologiezentrum auf dem Stammgelände am Ostbahnhof

2005

Eröffnung des neuen Technologiezentrums

Raum schaffen für kreative Köpfe – mit diesem Ziel eröffnete Rohde & Schwarz 2005 sein neues Technologiezentrum auf dem Stammgelände am Ostbahnhof. 35 Millionen Euro hatte man in den Bau investiert, um ein deutliches Zeichen für Wachstum und Innovation zu setzen. Das 16.000 Quadratmeter große Areal in München hat für die Mitarbeiter ein optimales Arbeitsumfeld geschaffen. Gleichzeitig war die Investition im bis dahin erfolgreichsten Jahr der Firmengeschichte ein Bekenntnis zum Standort Deutschland: Rohde & Schwarz hatte im Geschäftsjahr 2005/06 die Grenze von 1 Milliarde Euro geknackt.

R&S CMW500

2007

DER Mobilfunktester: R&S CMW500

Zwei Generationen digitaler Mobilfunktester haben die führende Position von Rohde & Schwarz im Mobilfunk-Testmarkt begründet. Mit dem R&S CMW500 schickt das Unternehmen die dritte ins Rennen. Es sollte eine goldene werden. Der Clou: nur noch eine Geräteplattform für alles, für die Protokoll- und HF-Entwicklung, für den signalisierungslosen Produktionstest, für alle Mobilfunk- und Wireless-Standards gleichermaßen. Der Markt nimmt das Konzept begeistert auf. In den Folgejahren werden viele tausend Tester in den Handy-Fabriken installiert und immer wieder auf den neuesten Stand gebracht. „Getestet mit Rohde & Schwarz“ gilt seither für die Mehrzahl aller Mobilgeräte weltweit.

R&S® FSU67

2007

Spektrumanalyse ohne Grenzen: der R&S® FSU67

Die Grenzen konventioneller Messtechnik wurden mit dem R&S® FSU67 verschoben. Bisher waren für Frequenzen jenseits der 50 GHz umständliche Aufbauten von Messanordnungen mit externen Oberwellenmischern erforderlich. Als erster Spektrumanalysator arbeitet der R&S® FSU67 durchgehend bis 67 GHz. Damit macht er den Bereich zwischen 50 GHz und 67 GHz für die spiegelempfangsfreie Spektrumanalyse verfügbar. Das Frequenzkonzept sorgt dafür, dass Signale eindeutig abgebildet werden. Probleme bei der Signalidentifizierung lassen sich so vermeiden.

2008

Neuer Standort in Stuttgart

m Oktober 2008 eröffnet Rohde & Schwarz einen neuen Entwicklungsstandort in Stuttgart-Weilimdorf. Hier entsteht die mobile Funkgeräteausstattung der nächsten Generation, die in Zukunft das Rückgrat des mobilen Kommunikationssystems der Bundeswehr bilden wird. Dafür sind breitbandige und hochsichere Sprach- und Datenverbindungen unabdingbar – und genau hier setzt Rohde & Schwarz an. „Wir werden unsere ganze Expertise auf dem Gebiet der Software Defined Radios in das Projekt einbringen“, sagt Herbert Rewitzer, Leiter des Geschäftsbereichs Funkkommunikationssysteme. „Hierzu werden wir unsere Fähigkeiten weiter ausbauen und hochqualifizierte Arbeitsplätze in Deutschland schaffen.“ Der neue Standort in Stuttgart ist dafür ein sichtbares Zeichen.

R&S® PR100

2008

Funkerfassung mobil: der R&S® PR100

Oft müssen Regulierungsbehörden, Industrie oder Streitkräfte schwache bzw. kurzzeitig gesendete Signale aufspüren können. Der R&S® PR100 von Rohde & Schwarz ist der weltweit einzige portable Empfänger, der genau auf die Anforderungen der mobilen Funkerfassung zugeschnitten ist. Der breite Frequenzbereich von 9 kHz bis 7,5 GHz des R&S® PR100 eröffnet dafür vielseitige Einsatzmöglichkeiten: Störquellen lassen sich lokalisieren, aber auch für die Funkaufklärung und Frequenzüberwachung stehen alle benötigten Funktionen zur Verfügung. Trotz kompakter Abmessungen weist der R&S PR100 eine hohe Empfindlichkeit und Scangeschwindigkeit (max. 2,0 GHz pro Sekunde) auf.

R&S RTO-Familie

2010

Einstieg in den Oszilloskope-Markt: R&S RTO-Familie

Oszilloskope sind die bekanntesten HF-Messgeräte und das Messtechniksegment mit dem größten Marktvolumen. Dennoch hatte Rohde & Schwarz diese Produktgruppe jahrzehntelang seinen Wettbewerbern überlassen. Um weiteres Wachstum zu generieren, war es an der Zeit, diese Zurückhaltung aufzugeben. Die Firma geht mit zwei Produktfamilien an den Start. Technologieträger ist das R&S RTO, ein Gerät für den High-Performance-Bereich. „Hier fokussieren wir auf hohe Geschwindigkeit und beste Signaltreue – zwei Aspekte, die in der Anwendung eine große Rolle spielen“, erklärte Josef Wolf, seinerzeit Leiter Fachgebiet Signalanalyse, EMV und Oszilloskope. Mit mehreren Eigenschaften setzt sich das R&S RTO an die Spitze des Feldes: Eine Million Messkurven pro Sekunde bietet kein anderes Gerät, und das erste digitale Triggersystem in einem Oszilloskop sorgt für einen hochgenauen Bezug von Triggerereignis und Messsignal.

Logo der ipoque GmbH

2011

Übernahme der ipoque GmbH

Zum 11. Mai 2011 hat Rohde & Schwarz die ipoque GmbH mit Sitz in Leipzig übernommen. Ipoque ist führend im Bereich Softwarelösungen, die Netzwerkanwendungen effektiv erkennen, kontrollieren und optimieren. Das Unternehmen fokussiert sich auf Bandbreitenmanagement und Netzwerkmonitoring insbesondere für kritische und schwer erkennbare Protokolle. Dazu gehören Voice over IP (VoIP), Peer-to-Peer-Tauschbörsen (P2P) und Mediastreaming. „Mit ipoque haben wir einen Partner gefunden, dessen innovative und weltweit führende Kerntechnologie der Deep Packet Inspection (DPI) hervorragend zu einem High-Tech-Konzern wie Rohde & Schwarz passt“, so Peter Riedel, Leiter des Geschäftsbereichs Überwachungs- und Ortungstechnik und Mitglied der Geschäftsleitung.

Übernahme der DVS Digital Video Systems

2011

Übernahme der DVS Digital Video Systems

Mit der DVS Digital Video Systems AG hat Rohde & Schwarz einen technologischen Top-Player in den Konzern integriert. DVS stellt unter anderem digitale Videosysteme und Speicherlösungen für die Film- und TV-Industrie her. Als weltweit erster Anbieter ermöglicht das Unternehmen mit seinen Workstations die Bearbeitung von unkomprimiertem digitalem Filmmaterial in 4K-Auflösung in Echtzeit. „Wir erhoffen uns im Bereich Entwicklung wertvolle Technologietransfers von der Studio- zur Broadcasttechnik“, so Jürgen Nies. „Umgekehrt sind wir sehr stark daran interessiert, dass DVS auch weiterhin aus eigener Kraft wächst – unser weltweites Vertriebsnetz in über 70 Ländern wird dabei helfen, DVS-Produkte global noch intensiver an den Markt zu bringen.“

R&S THU9

2011

Sparweltmeister: Fernsehsender R&S THU9

Bei großen Sendeanlagen liegt die Leistungsaufnahme im zweistelligen kW-Bereich. Verständlich, dass Netzbetreiber die Energiekosten so weit wie möglich reduzieren wollen. Die neuen, flüssig gekühlten Hochleistungssender der Produktfamilie R&S THU9 sind die verbrauchsärmsten Sender der Welt. Grund dafür ist eine neuartige Verstärkertechnologie, die erstmals in einem Fernsehsender zum Einsatz kommt: die nach ihrem Erfinder benannte Doherty-Technologie. Zwar schon seit Jahrzehnten bekannt, bedurfte es besonderer ingenieurstechnischer Findigkeit, sie für einen breitbandigen Hochleistungssender anwendungsreif zu machen.

R&S SITLine ETH40G

2014

Verschlüsselungs-Rekord: R&S SITLine ETH40G

„Big Data“ bedeutet nicht nur, riesige Datenmengen zu speichern, sondern auch zu übertragen. Dabei sollte die Abhörsicherheit nicht zulasten der Performance gehen. Dafür sorgt die SITLine ETH 40G, mit einem Durchsatz von 40 Gbit/s der schnellste Ethernet-Verschlüsseler am Markt.  Das Gerät optimiert alle performancekritischen Faktoren gleichzeitig: Bandbreite, Latenz, Quality-of-Service, Portdichte und Energieverbrauch. Vor allem für Betreiber und Nutzer von Rechenzentren, für den Einsatz in Backbone-Netzen und die Standortkopplung innerhalb von Unternehmen ist diese neue Geräteklasse ideal: Sie bietet Schutz in öffentlichen und privaten Netzen ohne Abstriche an deren Leistungsfähigkeit.

Logo der Sirrix AG

2015

Übernahme der Sirrix AG

Rohde & Schwarz sichert sich mit der Akquisition von Sirrix zusätzliches Know-how im Wachstumsmarkt der IT-Sicherheit. Die technisch führenden Lösungen von Sirrix umfassen bedienerfreundliche Produkte für Endpoint Security und Trusted Infrastructure. Kernkompetenz sind vertrauenswürdige IT-Sicherheitsprodukte, die auf aktueller wissenschaftlicher Forschung beruhen. Sirrix ist für Rohde & Schwarz eine vorteilhafte Ergänzung seines Portfolios im Segment der Cyber-Sicherheit. Peter Riedel, Mitglied der Geschäftsführung bei Rohde & Schwarz, sagt: „Unser Unternehmen steht für technische Exzellenz. Nach diesem Anspruch können wir unser Engagement für IT-Sicherheit mit der Innovationskraft von Sirrix erfolgversprechend ausbauen.“

R&S FSW85

2015

Signalanalyse extrem: R&S FSW85

Der Trend zu immer höheren Frequenzen und Bandbreiten in der Kommunikationstechnik zwingt auch den Messtechnikherstellern kurze Innovationszyklen auf. Mit dem R&S FSW85 zeigt Rohde & Schwarz, was aktuell in der Signalanalyse möglich ist. Kein Gerät vor ihm konnte bisher den gesamten Frequenzbereich bis 85 GHz in einem einzigen Sweep überstreichen. Auch die angebotene Analysebandbreite von 2 GHz galt noch vor wenigen Jahren als utopischer Wert. Die Rekorddaten sind indes kein Selbstzweck, sondern werden vom Markt händeringend erwartet, denn Anwendungen im Bereich (Automotive-)Radar, 5G-Mobilfunk oder WLAN ad erfordern Messtechnik an der Grenze des Machbaren.